Mark Seidler

Ehrlich gesagt:

Ich mag es nicht über mich zu schreiben oder zu erzählen. Ich habe das Gefühl, das dient nur der Selbstbeweihräucherung. Allerdings darf ich jeden von euch im Training und/oder in der Beratung sehr persönlich kennenlernen. Ich halte es also für angebracht, dass ihr mich auch kennenlernt.
Ich werde euch hier einiges zu mir und meinem Weg zum Hundetrainer erzählen.

Mein berufliches Leben hat sich schon sehr früh als turbulent rausgestellt. Ich habe nicht so recht gewusst was ich beruflich machen will und so habe ich verschiedene berufliche Wege eingeschlagen, bis ich endlich bei dem gelandet bin was ich liebe: Hundetraining und Menschenberatung.

Aber ich starte mal ganz am Anfang.

Mein Name ist Mark Seidler und ich bin am 30.05.1987 in Bremen geboren. Seitdem wohne und lebe ich in Stuhr. Nach meiner schulischen Laufbahn habe ich eine Lehre zum Kälteanlagenbauer gemacht, um mit der Gesellenprüfung festzustellen, dass ich diesen Job gar nicht machen möchte. Dann folgte der Versuch die „Fachoberschule Technik“ zu absolvieren, was nach ca. einem halben Jahr scheiterte, da ich keinen Spaß an ständigen Berechnungen hatte.
Da ich seit meiner Jugend immer mal wieder in der Veranstaltungsbranche gearbeitet und selbst jahrelang Musik gemacht habe, folgte eine Umschulung zum Veranstaltungskaufmann. Das war schon eher meins, da ich (auch wenn die Leute, die mich kennen das nicht unbedingt unterschreiben würden) ein organisatorisches Talent besitze und auch im größten Chaos noch den Durchblick behalte.
Nach der Umschulung habe ich mich selbstständig gemacht und ein paar Jahre in der Musikbranche verbracht. Ich war mit namenhaften Bands unterwegs, habe eigene Veranstaltungen geplant und fühlte mich sauwohl. Ihr ahnt schon was als Nächstes kommt…

Aber ständig unterwegs sein und Familie lässt sich nur schwer vereinen, also folgte eine fixe Idee:
Ich brauche ein "9 to 5" - Job.
Gesagt, getan. Aus der Selbstständigkeit raus, rein in ein großes Unternehmen als Bürokaufmann im Produktdatenmanagement. Das hat natürlich genauso gut funktioniert wie die Fachoberschule Technik. Von morgens bis abends auf einen PC-Bildschirm starren und Produktdaten eingeben. Technischer und für mich persönlich stumpfer, geht’s kaum noch.
Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Selbstgeißelung seinen Tribut forderte. Wenn ich nicht auf Dauer ein nervliches Wrack sein will, muss sich etwas ändern.
 

So kam ich dann zum Hundetraining…. Moment denkt ihr jetzt, wieso kommt man da auf Hundetraining? Stimmt! Der wichtigste Teil fehlt noch.

2012 habe ich meinen ersten Hund und den Namensgeber meiner Hundeschule bekommen. Dexter, ein Dobermannrüde, dem ich es durch seine oft nicht einfache Art verdanke, dass ich jetzt das tun kann, was ich liebe. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass Dexter ganz anders ist als die anderen „Kinder“ und, dass „Standard“-Hundetraining irgendwie nicht zum Ziel führte. Mehr als einmal war ich nervlich komplett am Ende. Egal mit welchem Trainer oder Trainingsmethoden ich gearbeitet habe, das Verhalten wurde immer schlimmer statt besser. Es gipfelte darin, dass ich eines Tages sagte: "Ich kann nicht mehr. Ich würde ihn am liebsten abgeben, da ich ihm nicht das bieten kann was er braucht."

Dexter abgeben puh… Nein das konnte ich nicht! Somit habe ich beschlossen, dass ich ihn in eine Fremdausbildung gebe, um uns beiden Luft zum Atmen zu verschaffen. Ein paar Wochen später wurde ich in das Training mit eingebunden. Es lief super. Zum ersten Mal war es wirklich entspannt mit ihm. Ein paar weitere Wochen später habe ich ihn wieder mit nach Hause genommen. Es war als hätte ich einen anderen Hund. Ich freute mich, aber gleichzeitig fühlte es sich nicht so an, als ob Dexter noch Dexter ist.
Ich habe ihm gesagt was er machen soll und er hat es sofort gemacht. Das Problem war nur, habe ich ihm keine Anweisungen gegeben, wirkte er komplett verloren. Er stand rum und starrte ins Nichts. Die Augen sahen leer aus.
Meine Gedanken kreisten und ich stellte mir die Frage was ich ihm mit der Fremdausbildung angetan habe. Auch wenn unsere Beziehung davor, von Überforderung, Wut, Trauer und Enttäuschung geprägt war, hatten wir zumindest eine. Jetzt fühlte es sich nach blindem Gehorsam an, nicht nach einer Beziehung. Ich musste etwas verändern!

Der nächste Trainer brachte dann das Fass ins Rollen. Ich kam auf die Idee Hundetrainer zu werden. Ich hatte schon eine Menge Wissen und wollte noch mehr. Ich meldete mich bei Dogument für die Basics an und 3 Jahre später bin ich nun Hundetrainer & Verhaltensberater.

Ich werde zu den 3 Jahren der Ausbildung nicht viel schreiben, ich werde dir lediglich einen Auszug aus meiner Abschlussarbeit geben. Ein Teil dieser Arbeit war eine Selbstreflektion über die Ausbildung und was sich für mich verändert hat:

"Was hat sich verändert vom Anfang der Ausbildung zu jetzt. Ich kann darauf keine konkrete Antwort geben, denn für mich hat sich einfach alles verändert. Mein Denken, Fühlen, Wahrnehmung, die Art wie ich mit Konflikten umgehe, die Art wie ich mit mir selbst umgehe, die Art wie ich mit anderen Menschen und natürlich auch Hunden umgehe. Ich habe das Gefühl, dass alles was ich über das Leben dachte, über Menschen, über Hunde zu wissen, nicht mehr als eine Illusion war. Diese Erkenntnis tut weh, auf eine gute Art und Weise. Es fühlt sich für mich das erste Mal so an, als ob ich in meinem Leben und mir angekommen bin. Ich habe viele Jobs gehabt, viele Menschen kennen gelernt und viele großartige, wie auch negative Erfahrungen sammeln dürfen. Trotzdem ist es das erste Mal, dass ich denke, dass all meine verschiedenen Stationen im Leben plötzlich Sinn ergeben."

Alles greift ineinander und es fühlt sich verdammt richtig an.